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Grippe – Was erwartet uns diesen Winter?



Auch wer sich durch Sport und Bewegung fit hält,
ist vor Influenza nicht gefeit. Hier schützt nur die jährliche Impfung. Foto: Eyewire

„Tote Schwäne auf Rügen“ – „Vogelgrippe erreicht Deutschland“ – „Für die Experten gibt es keine ernsthaften Zweifel mehr daran, dass die auf Rügen gefundenen Schwäne mit dem gefährlichen Virus H5N1 infiziert waren“....

Alle erinnern sich an diese Meldungen im vergangenen Winter. Die Angst vor der Vogelgrippe griff um sich, nie sind so viele Menschen zur Grippeimpfung gegangen. Auch wenn ein kleiner Denkfehler dabei war – die Grippeimpfung schützt nicht vor der Vogelgrippe – dass die Aufmerksamkeit auf die Influenza (Virusgrippe) und die Grippe-Impfung gelenkt wurde, ist durchaus positiv zu sehen. Schade ist jedoch, dass es erst die Vogelgrippe-Panik brauchte, um auf eine stets wiederkehrende Bedrohung aufmerksam zu machen: zwischen 5.000 und 8.000 Menschen sterben allein in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer Influenza. Kommt es zu einer Epidemie oder auch nur einer Häufung der Erkrankungen, steigt diese Zahl rapide an, auf 20.000 bis 30.000 Todesfälle.

Zum Vergleich: an der Vogelgrippe starben seit 2003 weltweit 141 Menschen, 240 erkrankten (WHO, 21.8.2006). Dies bedeutet zwar eine sehr hohe Sterblichkeit von über 50 Prozent bei der Vogelgrippe, zeigt aber auch die Relationen zwischen Vogelgrippe beim Menschen und der „normalen“ Grippe auf, die uns jedes Jahr mehr oder weniger ausgeprägt erreicht.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat der Situation des vergangenen Jahres Rechnung getragen und ihre Empfehlungen zur Grippe-Impfung erweitert. Demnach sollen jetzt auch Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln geimpft werden, auch wenn eine Impfung mit dem aktuellen Influenza-Impfstoff keinen direkten Schutz vor Infektionen mit dem Vogelgrippevirus bietet. Sie kann jedoch Doppelinfektionen mit den aktuell zirkulierenden Influenzaviren verhindern und damit möglicherweise die Bildung eines „Pandemie-Virus“, das von Mensch zu Mensch überspringen kann. Auch für Reisende, vor allem aus den Risikogruppen, wird die Impfung empfohlen. Dazu gehören z. B. alle Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder des Stoffwechsels oder Menschen jenseits der 60. Eine anstehende Reise bietet einen guten Anlass, nicht nur die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus oder Poliomyelitis zu überprüfen, sondern auch den Grippeschutz.

Und wie wird der Winter 2006/2007? Das kann man leider noch nicht voraussehen. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza wird aber auch in diesem Jahr wie bereits seit 1992 die Ausbreitung der Grippeviren beobachten und rechtzeitig auf einen Ausbruch hinweisen. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte aber besser bereits im Herbst seinen Arzt/seine Ärztin aufsuchen. Oktober und November sind die idealen Impfmonate.

Übrigens: In diesem Jahr ist die Herstellung des Grippeimpfstoffs besonders langwierig, daher steht der Impfstoff etwas später als sonst (ab Oktober) zur Verfügung. (Quelle: dgk, Autor: Dr. med. Sigrid Ley-Köllstadt)


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