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Was vor Ansteckung mit Erkältungs- und Grippe-Viren wirklich schützt


Was vor Ansteckung mit Erkältungs- und Grippe-Viren wirklich schützt. Welche Strategien am besten vor Ansteckung mit dem Grippe-Virus, aber auch mit anderen Erkältungserregern schützen, verrät der Infektiologe Professor Dr. med. Heinz-J. Schmitt, Mainz. Foto: obs/Pädiatische Infektiologie Kinderklinik / Prof. Schmitt

Welche Strategien am besten vor Ansteckung mit dem Grippe-Virus, aber auch mit anderen Erkältungserregern schützen, verrät Professor Dr. med. Heinz-J. Schmitt, Mainz, Infektiologe und Sprecher des Forschungsnetzwerks für Atemwegsinfektionen bei Kindern (www.PID-ARI.net ).

Husten, Schnupfen und schwere Atemwegsinfektionen werden zu rund 70 Prozent durch Viren verursacht. Die Viren können in der Regel auch außerhalb des menschlichen Körpers noch stundenlang aktiv bleiben - an Türgriffen, Computermäusen usw. Von Mensch zu Mensch wandern die Erreger durch kleinste Tröpfchen in der Atemluft. "Mindestens ebenso häufig läuft die Ansteckung jedoch über die Hände", weiß Professor Schmitt. "Ihr Gegenüber putzt sich die Nase und gibt Ihnen die Hand. Sie reiben sich kurze Zeit später die Augen und schon ist es passiert: Sie haben sich infiziert."

Erkältungen sind die häufigste Gruppe von Krankheiten des Menschen überhaupt. Im Durchschnitt sechs Mal pro Jahr erkranken Einwohner der Industrienationen an einer Infektion der Atemwege - unabhängig von ihrem Alter. Der einzige sichere Ort vor Ansteckung sei eine Eremitenhöhle, so Schmitt, denn auch moderne Hygienemaßnahmen können eine Übertragung kaum verhindern. "Beispielsweise können virenabtötende Papiertaschentücher nur gegen die Krankheitskeime wirken, die im Taschentuch landen, alle anderen in der Luft und an den Händen bleiben unbeeinflusst."

Einige britische Wissenschaftler wandten sich ebenfalls mit dieser Warnung an die Öffentlichkeit. Mit Blick auf die Vogelgrippe betonte John Oxford, Professor für Virologie an der Queen Mary's School of Medicine, London, dass antivirale Papiertaschentücher nicht dazu verleiten dürften, das Händewaschen zu vernachlässigen.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es aber eine Reihe von Möglichkeiten, die gegen eine Ansteckung helfen:

• Häufiges Händewaschen, vor allem nach Kontakt mit erkälteten/Erkrankten;
• nicht direkt auf die Hände niesen oder husten, sondern ein durchschnupfsicheres Papiertaschentuch verwenden;
• gebrauchte Papiertaschentücher gleich entsorgen;
• sich impfen lassen gegen echte Virusgrippe und speziell bei Kontakt zu Säuglingen auch gegen Keuchhusten;
• in der Schnupfenzeit dichtes Gedränge vermeiden;
• sich mit erkrankten Personen nicht allzu lange in geschlossenen Räumen aufzuhalten;
• auch in der Familie nicht aus gleichen Gläsern oder Tassen trinken. (Quelle: Päd. Infektiologie Kinderklinik)


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