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Erkältung oder Grippe?
Wenn Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsweh kommen


Foto: imagesource

Mit dem nasskalten Wetter beginnt die Hochsaison für Grippe- und Erkältungsviren. Herbst und Winter bringen oft Husten, Schnupfen und Halsschmerzen mit sich. Laufende oder verstopfte Nase, Niesanfälle und gestörter Schlaf – vor allem kleineren Kindern können Schnupfenviren ziemlich zu schaffen machen. Meist infizieren sich die Kleinen mit Viren, die eine harmlose, aber lästige Erkältung verursachen. Der Arzt spricht dann von einem grippalen Infekt. Anzeichen einer Erkältung sind Schnupfen und Niesen, Husten, Halsschmerzen, leichte Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Abgeschlagenheit, gerötete und tränende Augen sowie eine Temperaturerhöhung bis zu 39 Grad Celsius (°C).

Eine Erkältung ist meist von kurzer Dauer und hält selten länger als eine Woche an. Man kann sie selbst kurieren, wenn keine schwereren Krankheitszeichen hinzukommen. Was hilft: trotz Schnupfen an die frische Luft, viel trinken, für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen, Dampfbäder oder Inhalationen, bei Fieber Bettruhe, bei älteren Kindern eine Schwitzkur mit heißem Bad und heißem Tee, anschließend zwei Stunden warm zugedeckt ins Bett. Nasentropfen sind vor allem für Säuglinge mit verstopfter Nase sinnvoll, weil Babys praktisch nur über die Nase atmen. Es dürfen jedoch nur für Säuglinge bestimmte Nasentropfen sein.

Wenn das Krankheitsbild oder der Krankheitsverlauf von einer typischen Erkältung abweicht oder auch hohes Fieber und starke Kopfschmerzen auftreten, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Wie dringend ärztliche Hilfe benötigt wird, hängt von der Symptomatik ab. Hält der Schnupfen über längere Zeit an oder tritt er in kurzen Abständen immer wieder auf, ist es ebenfalls ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Ein möglicher allergischer Schnupfen muss anders behandelt werden als einer, der durch einen Infekt ausgelöst wird. Da es keine wirksame Behandlung des virusbedingten Schnupfens gibt, können nur die Symptome gelindert werden.

Die echte Grippe (Influenza) wird durch so genannte Influenzaviren hervorgerufen. Sie ist anfangs manchmal schwer von einer Erkältung zu unterscheiden, weil sie sich mit ähnlichen Anzeichen wie ein Infekt ankündigt. Typisch sind jedoch der schlagartige Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl, Mattigkeit und Abgeschlagenheit, rasch ansteigende Körpertemperatur bis 40 °C über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen, rasch auftretende, heftige Kopf- und Gliederschmerzen, Schmerzen im Brustbereich sowie starker trockener Husten, teilweise Übelkeit und Erbrechen. Das charakteristische Erkältungssymptom – der Schnupfen – tritt wenn überhaupt erst später auf. Eine Virusgrippe kann besonders bei Kindern mit Asthma oder Diabetes sehr ernst werden. Gleiches gilt auch für Kinder, deren Immunsystem ohnehin schon durch andere Krankheiten geschwächt ist. Hier ist immer ein Arzt hinzuzuziehen.

Die Impfung gegen Influenza wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut bereits seit langem für ältere Menschen und chronisch Kranke empfohlen. Für Kinder mit Vorerkrankungen oder Abwehrschwäche stellt die Influenza aber ebenfalls im schlimmsten Fall eine tödliche Bedrohung dar. Die Impfempfehlung gilt daher nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, HIV-Infektionen oder Leukämie. Diese Erkrankungen schränken die Leistungsfähigkeit des Immunsystems stark ein. Gefürchtete Komplikationen einer Influenza sind nicht nur schmerzhafte Mittelohrentzündungen, sondern auch langwierige Lungen- und Herzmuskelerkrankungen. Die Impfung ist für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat möglich.

Angst vor der Vogelgrippe unbegründet
An der normalen Grippe sterben jedes Jahr auch in Deutschland mehrere Tausend Menschen – im vergangenen Jahr 15.000 bis 20.000. Das sind meist ältere Menschen über 60 Jahre, oder Menschen mit einer anderen Grunderkrankung. Die Vogelgrippe hat dagegen bis jetzt 61 Menschen weltweit gefordert. Das Virus springt bisher nur in extrem seltenen Fällen auf Menschen über, nämlich wenn ein sehr enger Kontakt zu infiziertem Geflügel bestand. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bisher noch nicht bekannt. In Deutschland stellt die Vogelgrippe für die Menschen gegenwärtig keine Gefahr dar. Die normale Grippeimpfung hilft zwar nicht gegen die Vogelgrippe oder gegen ein mögliches Pandemievirus, ist jedoch trotzdem sinnvoll, um die Todesraten an der „normalen Grippe“ zu senken. (Quelle: PGK)


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